Tabuthema "häusliche Gewalt"

shutterstock_350285258.jpg

Die Ablehnung von Gewalt gegen Schwächere ist der Grund für unser Engagement als Lehrer für Selbstverteidigung und Wing Tzun. Leider wird jedoch ein spezieller Aspekt dieser Gewalt gegen Schwächere in unserer Gesellschaft auch heute kaum thematisiert. Das Problem der häuslichen Gewalt (sei es gegen Frauen, Kinder aber auch zunehmend gegen Männer) nimmt konstant zu.

So ist auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend folgendes zu lesen:

"Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten."

Wird nun die steigende Zahl von häulicher Gewalt gegen Männer ebenfalls in diese Betrachtung einbezogen ergibt sich ein erschreckendes Gesamtbild. Der Weisse Ring schreibt auf seiner Homepage:

"Alle vier Minuten wird ein Mensch in Deutschland zum Opfer von häuslicher Gewalt."

Diese Zahlen steigen leider seit dem Jahr 2020 noch stärker an. So wird geschätzt, dass im ersten Corona-Lockdown die häusliche Gewalt um etwa 20% gegenüber dem Jahr 2019 gestiegen ist. Zahlen vom zweiten (wesentlich längeren) Lockdown liegen noch nicht vor. Es ist zu befürchten, dass dieser Lockdown nochmals zu einem Anstieg der häuslichen Gewalt geführt hat.

shutterstock_583821280.jpg

Es ist uns ein Anliegen dieses Problem zu thematisieren und zu enttabuisieren. Denn nur wenn ein Problem angesprochen wird, kann es gelöst werden. Wir gehen jedoch noch einen Schritt weiter, in dem wir aktiv dazu beitragen wollen, Menschen die von häuslicher Gewalt betroffen sind zu helfen.

Wir sehen dabei unser Angebot ausdrücklich als Ergänzung und Erweiterung der bestehenden Hilfsangebote. Beratungsstellen, Hilfe-Telefone und geschütze Unterkünfte ("Frauenhäuser") sind hervorragende Hilfsangebote. Wir sind jedoch auch der Meinung, dass von häuslicher Gewalt Betroffene nicht dauerhaft vor der Gewalt weglaufen und sich verstecken können. Der gewalttätige Partner wird häufig versuchen, seinem Opfer weiterhin nachzustellen. Sei dies auch außerhalb geschützer Einrichtungen (z.B. beim Einkaufen oder sonstigen Tätigkeiten im Freien). Wer also nicht sein Leben lang weglaufen und sich verstecken will, der wird sich irgendwann seinem Peiniger stellen müssen. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich ein Gewalttäter nur vermeintlich schwächere Personen als Opfer sucht. Dies ist auch der Grund, warum vor allem Frauen und Kinder Opfer (häuslicher) Gewalt werden.

Sollten Sie von (häuslicher) Gewalt betroffen sein, bieten wir Ihnen Strategien und Techniken, wie Sie sich und Ihre Kinder schützen können. Wenn Sie sich dazu entschlossen haben aktiv gegen die Gewalt Ihnen gegenüber vorzugehen, zeigen wir Ihnen, wie Sie sich und Ihre Kinder verteidigen können. Wir garantieren Ihnen selbstverständlich volle Vertraulichkeit und einen Ort, an dem Sie geschützt lernen können, sich zu verteidigen (auf Wunsch auch im Privatunterricht).